Keine Angst vor dem Nachtschreck

Keine Angst vor dem Nachtschreck

Viele Eltern haben mit Sicherheit schon davon gehört oder gelesen. Kinder und Kleinkinder wachen in der Nacht panisch auf. Sind nicht zu beruhigen, weinen, kreischen und schlagen eventuell sogar umsich. Das könnte dann der sogenannte Nachtschreck sein auch „Pavor nocturnus“-Anfälle genannt. Aber was ist der Nachtschreck und wie kann ich mich als Elternteil richtig in so einer Situation verhalten?

Es ist 23 Uhr am Abend, alle Kinder schlafen, es ist still. Plötzlich wird diese Ruhe durch ein schreien und weinen im Kinderzimmer durchbrochen. Es ist aber kein gewöhnliches weinen, es ist ein sehr panisches weinen fast schon kreischen. Die Kinder schrecken von einer zur anderen Sekunde in der Nacht auf, weinen, kreischen und schlagen eventuell sogar um sich. Eine komische Situation für Eltern. Es kommt einen fast so vor, als wäre das nicht ihr Kind. 

Kleinkinder von zwei bis sechs Jahren können den sogenannten Nachtschreck durchmachen. Oft merken sie nicht einmal wenn so ein Nachtschreck war oder was in der Nacht zuvor passiert ist. Sie können sich daran nicht erinnern. Eltern die Ihre Kinder so das erste mal erleben sind im ersten Moment leicht überfordert. Kinder sind in der Zeit wo der Nachtschreck ist oftmals nicht ansprechbar oder wach. Sie befinden sich quasi in einer Art Zwischenzustand des Wachseins und es Träumens. Selbst die Augen des Kindes sind geöffnet.

Was tue ich in so einer Situation?

Am besten ist, sie wecken Ihr Kind nicht auf! Das kann es nur schlimmer machen bzw ihr Kind wird darauf gar nicht reagieren, sondern sich nur noch schlimmer verhalten. Ein Nachtschreck dauert für gewöhnlich nie länger als 10 Minuten. Entfernen Sie alle Gegenstände im Bett wo sich ihr Kind eventuell verletzten könnte. Bleiben Sie ruhig bei ihrem Kind und geben Sie ihm die nötige Nähe oder sprechen Sie mit ruhiger Stimme mit ihm.
Wenn Ihnen diese Situation zu heftig vorkommt, verlassen Sie lieber den Raum oder bittern Ihren Partner darum beim Kind zu bleiben. 

Können Kinder sich daran erinnern?

Für gewöhnlich nicht. Kinder wissen am nächsten Morgen nicht was in der letzten Nacht passiert ist. Sprechen Sie ihr Kind auch nicht deswegen an. Es könnten sein das Sie es nur unnütz dadurch verwirren oder ihm Angst machen.

Woher kommt so ein Nachtschreck und kann ich diesen vorbeugen?

Der Nachtschreck tritt auf, weil das kindliche Gehirn den Übergang vom Tief- in den Traumschlaf noch nicht richtig gelernt hat. Während der Körper beim Nachtschreck schon wach ist, ist es das Bewusstsein des Kindes noch im Schlaf. Das Kind steckt quasi zwischen zwei Welten fest.

Es gibt noch keine 100% Maßnahmen dagegen, weil man noch nicht einmal genau weiß, was ihn verursacht. Man vermutet, Nachtschrecken können von unregelmäßiger Schlafroutine oder mangelndem Schlaf kommen, sie können ihre Ursache in Stress während des Tages haben oder Übermüdung. Es gibt sogar Hinweise, dass Nachtschrecken vererbbar sind.

Muss ich damit zum Arzt?

Nein, für gewöhnlich nicht. Sollte jedoch der Nachtschreck bis zur Pubertät nicht aufhören. Sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber sprechen.