Rund um den Waldkindergarten

Rund um den Waldkindergarten

Wenn es um Waldkindergärten geht, dann gehen die Meinungen weit auseinander. Die einen sind davon überzeugt und finden es super, dass die Kinder so Naturnah sind andere wiederum stellen sich zitternde Kinder bei Wind und Wetter vor. Wir erzählen etwas über den Waldkindergarten sowie seine Vor und Nachteile:

 

Welche Vorteile hat ein Waldkindergarten?

Die Grobmotorik der Kinder wird besonders geschult. Die Kinder müssen auf unebenen Boden laufen, über Wurzeln steigen, auf ihren Weg achten, balancieren über Baumstämme und klettern über kleine Felsen. Das sind tägliche Erfahrungen die ein normaler Kindergarten nicht bieten könnte. Besonders die Feinmotorik, Kreativität und das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt. Das tägliche auseinandersetzten mit dem Wald und der Natur und dem Wetter bringen viel Abwechslung.

Ab wann können Kinder in einen Waldkindergarten?

Das ist unterschiedlich. Es gibt Waldkindergärten die nehmen Kinder, wie ein normaler Kindergarten ab 3 Jahren auf. Dennoch gibt es auch einige Waldvorkindergärten die Kinder bereits ab 20 Monaten nehmen. In einem Vorkindergarten ist es auch keine Pflicht das die Kinder sauber sind. Wickeln ist kein Problem.

Wie sieht so ein Tagesablauf aus?

Auch im Waldkindergarten werden feste Rituale, Spiele und Lieder eingebaut. So ist ein geregelter Tagesablauf gesichert und die Kinder fühlen sich wohl.
Meist wird zu Beginn ein Begrüßungslied gesungen und dann wird gespielt was der Wald hergibt. Stöcke werden zu Zauberstäben, Blätter und Wurzeln zu Brot und Äpfeln und der kleine Eimer zum Einkaufskorb. Zwischen durch werden immer wieder Lieder gesungen. Treffpunkt ist ein Bauwagen im Wald. Dort gibt es erstmal ein Frühstück und dann wird munter weiter gespielt.

Gib es auch Spielsachen wie Puzzle, Bücher und Bagger?

Ein Waldkindergarten ist natürlich nicht so ausgestattet wie ein normaler Kindergarten. Natürlich gibt es auch dort Förmchen, Eimer, Schaufeln und Bücher. Dennoch beschränkt sich das Spielzeug auf den Wald und die Natur. Große Äste werden zu Schaukeln umfunktioniert, eine alte Tür wird zur Rutsche umgebaut und ein Seil zwischen zwei Bäumen gespannt zum balancieren. Obwohl es so wenig „Spielzeug“ gibt, wird es nie langweilig. Denn der Wald sieht jeden Tag neu und anders aus, je nach Jahreszeit und Wetter. Erstaunlicher weise fragen die Kinder auch nie nach Spielzeug.

Sind die Kinder wirklich bei jedem Wetter draußen?

Ja! Egal ob Regen, Schnee, Sonne oder Wind. Die Kinder sind dauerhaft draußen und der Witterung ausgesetzt. Das ist aber nicht schlimm! Kinder sind härter im Nehmen als mancher Erwachsener. Durch die ständige Bewegung, Rennen und Springen wird ihnen nicht kalt. Wichtig ist allerdings, das Eltern ihren Kinder eine gute Outdoor taugliche Bekleidung beschaffen. Feste Schuhe mit gutem Grip, Matschhose und Regenjacke, Regenhut, Handschuhe, Mütze und eine gute Outdoor Hose. Bei extrem schlechten Wetterbedingungen steht der Gruppe ein Bauwagen zur Verfügung. Dort kann man sich jederzeit zurückziehen falls das Wetter sehr unangenehm werden sollte.

Was kostet ein Waldkindergarten und wie lange sind die Betreuungszeiten?

Viele Kindergärten gehen aus privater Trägerschaft oder im Rahmen einer Elterninitiative hervor. Eventuell könnten die Kosten hierfür etwas höher sein als im z.B. städtischen Kindergarten. Auch die Betreuungszeiten können stark variieren. Häufig ist es im Waldkindergarten so, das die Zeiten sich auf drei bis vier Tage pro Woche festlegen für ca. 3-5 Stunden.

Bildquelle: @Sabrina Katzbach